L u s t   a u f   e i n   Q & A ? 

Laura, warum machst du Politik?

Ich habe mich schon sehr früh für politische Themen interessiert. Ich habe immer gerne lang und breit Themen recherchiert, um dann auch mit starken Argumenten darüber zu diskutieren – vielleicht manchmal etwas zum Leidwesen meines Politiklehrers. Wirklich politisiert wurde ich dann aber während meines Bundesfreiwilligendienst in der Berliner Aids-Hilfe. Ich sah so viele Sachen, bei denen ich mir dachte: Hier muss sich was ändern. Gleichzeitig bin ich schnell zum Schluss gekommen, dass meckern nicht viel bringt. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, selbst was zu machen. 

Warum bist du bei den Grünen?

Es gibt viele gute Gründe, warum ich bei den Grünen bin. Ich bin zum Beispiel bei den Grünen, weil ich mich als Kind immer gefragt habe, warum wir weiter auf fossile Brennstoffe setzen. Denn auch vor fünfzehn Jahren war ihre Klimaschädlichkeit bekannt. Ich fand es schrecklich, dass ganze Dörfer versetzt wurden, nur um noch mehr Kohle aus dem Boden zu holen. Statt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, hat man lieber Familien umgesiedelt. Also klar, Klima- und Umweltschutz waren wichtige Gründe für meinen Beitritt – aber die Grünen sind für mich noch so viel mehr. Ich bin heute Mitglied einer sozialen Partei, die sich für ein gemeinsames Miteinander einsetzt. Eine Partei, die für die Rechte queerer Menschen kämpft und gleichzeitig für eine zukunftsfähige und faire Wirtschaft streitet. Bei Bündnis 90/Die Grünen ist einfach alles drin – deshalb bin ich Mitglied.

Wie bist du in den Wedding gekommen?

Ich hatte 2015 meine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau angefangen und wollte mit 19 Jahren einfach von zu Hause raus und selbstständig sein. Ich könnte jetzt lange erzählen, dass ich unbedingt in den Wedding wollte. Aber sind wir mal ehrlich, wenn man in Berlin eine Wohnung sucht, darf man nicht wählerisch sein.  Als Auszubildende im 1. Lehrjahr war ich froh, überhaupt eine Wohnung gefunden zu haben, die ich mir leisten konnte So wurde der Wedding mehr durch Zufall mein neues zu Hause. Im Nachhinein ein echter Glückstreffer, denn ich möchte hier nie wieder weg. 

Und seit meinem Umzug weiß ich auch, dass im Wedding schon vor meinem Zuzug ein Teil meiner Familiengeschichte lag. Denn als ich meinem Opa erzählte, wo ich hinziehe, musste er Lachen: “Das ist ja da, wo ich meine Kindheit verbracht habe” und erzählte mir wie er im Nordhafen immer schwimmen ging, was ich jetzt in Anbetracht der Wasserqualität nicht zwingend empfehlen würde.

Wo setzt du deine politischen Schwerpunkte? (Bildungs- und Kulturpolitik) 

 

Meine Schwerpunkte liegen in der Kultur- und Bildungspolitik. Dabei setze ich mich vor allem für Gedenkpolitik und außerschulische Bildung ein. In den Letzten Jahren als Bezirksverordnete habe ich daran gearbeitet, dass wir unser Hilfsangebot für Schüler:innen in Mittes Bibliotheken ausbauen und mehr digitale Infrastruktur schaffen. 

 

Ich bin selbst ein Arbeiterkind und kam bereits in der Grundschule an den Punkt, wo meine Eltern mir nur wenig helfen konnten. Bis heute bin ich mir sicher, dass ich damals ohne die Unterstützung von außen heute nicht diese Antwort schreiben würde. Umso wichtiger ist es mir, dass jedes Kind Zugang zu Unterstützungsangeboten bekommt, ganz unabhängig vom Bildungsgrad der Eltern, wo es wohnt oder in welcher finanziellen Situation es aufwächst. 

 

Bei der Gedenkpolitik setzte ich mich vor allem dafür ein, dass sie endlich berlinweit gedacht wird. Gedenken wird sehr oft punktuell ortsbezogen betrachtet, obwohl in einer Stadt wie Berlin Geschichte bezirksübergreifend ihre Spuren hinterlassen hat. Wir müssen deshalb endlich Gedenkpolitik auch genauso betrachten. Vor allem die Dekolonialisierung ist eine der zentralen Aufgaben der Gedenk- und Erinnerungspolitik für die nächsten Jahren. Hier möchte ich mich dafür einsetzten, dass diese systematisch und bezirksübergreifend weiter vorangetrieben wird.

 

Wo siehst du die größten Herausforderungen in deinem Kiez? 

 

Steigende Mieten, überdurchschnittlich viele Menschen, die von Armut betroffen sind – insbesondere Kinderarmut, die Verkehrswende auch in den Kiezen und Klima- und Umweltgerechtigkeit sind die Herausforderungen in den nächsten Jahren für die wir Lösungen finden müssen.

 

Meine Arbeitsliste für die nächsten fünf Jahre ist auf jeden Fall voll. Viele Bewohner:innen treffen die viel zu stark steigenden Mieten hart und gleichzeitig sind hier überdurchschnittlich viele Menschen armutsgefährdet. Die Menschen in unserem Kiez sind oft von viel zu stark steigenden Mieten betroffen und gleichzeitig sind überdurchschnittlich viele Menschen von Armut betroffen. Vor allem Kinderarmut ist hier ein großes Problem. Darüber hinaus müssen wir aber auch die Verkehrswende in unseren Kiez bringen und für Klima und Umweltgerechtigkeit streiten. Ich möchte im ständigen Austausch mit den Anwohnenden diese Probleme angehen, unseren Kiez weiter voranbringen und für alle Menschen eine verlässliche Ansprechpartnerin sein.  

 

Was ist dein größtes Ziel? 

Mein Größtes Ziel ist wahre Bildungsgerechtigkeit. Denn Bildung ist ein wichtiger Baustein, um Armutskreisläufe zu durchbrechen. Das ist eine große Aufgaben, aber ich bin bereit dafür zu kämpfen..

 

Was willst du in den kommenden fünf Jahren im Abgeordnetenhaus erreichen? 

 

Ich will mich für Mindeststandards in unseren Bibliotheken einsetzten, um sie endlich alle in dieses Jahrhundert zu bringen. Denn Bibliotheken des 21. Jahrhunderts sind keine reinen Bücherhallen. Sie sind Begegnungsorte für ihre Kieze, Arbeitsplätze und Lernorte. So können sie ein wichtiger Bestandteil sein für ein lebenslanges, berlinweites Bildungsnetz. Man muss ihr Potential bloß nutzen.

M e h r   I n f o r m a t i o n e n